Pressestimmen/ Kritiken und Meinungen


Schon die alten Chinesen wussten: "Von den 36 Strategemen ist Flucht das Überlegene."

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Juni 2011 Mutter Kur Klinik Buckow "Ich freue mich auf weitere Projekte." Katja Wolle Leiterin /www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/327024/

März 2009 New Zealand "Bird Go Walking"  / Artist catches the essenze of Eketanuna / Auf Wiedersehen Tararua

Tim Guthrie, M.F.M. Associate Professor, Creighton University April 2009

Gezeichnet im Honeckerprozess: Szenen von einer Tragischen Operette

Dr. Kay Flavell, Direktor, New Pacific Studio, Vallejo CA and Mt Bruce, Neuseeland,

newpacificstudio@sbcglobal.net

Im Garten des Pacific Studios in Vallejo, 50 Minuten entfernt von San Franzisko, habe ich einen Blick auf die wundervollen Skizzenbücher von der Künstlerin Marina Prüfer geworfen. 

Interpretiert in Blei-, Buntstift und gelegentlich mit einer schnellen energischen Linie verwischt, fangen diese Glanzlichter auf Papier das Drama aus dem Gerichtssaal ein, das sich in Berlin-Moabit im November 1992 abspielte.

Die beseelten, lebendigen, vom Leben erfüllten Augen, Nasen, Hände und Füße gehören dem Haupt- und Nebenakteuren im Prozess gegen den ehemaligen Staatspräsidenten der DDR Erich Honecker und seine früheren Kollegen. mehr

Drawing the Honecker Trial: Scenes from A Tragicomic Opera

Dr. Kay Flavell, Director, New Pacific Studio, Vallejo CA and Mt Bruce, New Zealand. Email:newpacificstudio@sbcglobal.net

Here in the tranquil garden studio of New Pacific Studio Vallejo, a 50 – minute ferry ride across the bay from downtown San Francisco, I have just been looking at a wonderful book of sketches by Berlin artist Marina Prüfer.
Rendered in pen, pencil and occasional wash with an energetic, quivering line, these lightning marks on paper capture a courtroom drama played out in the Moabit district of Berlin in November 1992.  The animated eyes, noses, hands and feet belong to the major and minor players in the trial of former East German leader Erich Honecker, along with a cluster of his former colleagues.   mehr

Dessiner le procès Honecker : scènes d’un opéra tragi-comique 

Dr. Kay Flavell, Directrice, New Pacific Studio, Vallejo CA et Mt Bruce , New Zealand.

Contact : newpacificstudio@sbcglobal.net

Là, dans le jardin tranquille de cet atelier de New Pacific Studio à Vallejo, à 50 minutes de ferry en traversant la baie de San Francisco, je viens juste de voir le magnifique livre de dessins de Marina Prüfer artiste Berlinoise.

Un rendu au stylo, au crayon, parfois à la gouache avec un trait énergique, des éclairs qui ont capté sur le papier le drame qui s’est joué dans une salle du tribunal à Berlin en novembre 1992 dans le district de Moabit. Yeux, nez, mains, pieds appartiennent tant aux principaux qu’aux petits protagonistes du procès de l’ancien dirigeant de l’Allemagne de l’Est Erich Honecker, avec un groupe de ses anciens collègues. mehr

Dieter Glietsch, Nov 2005        mehr

Frau Prüfer....

Dr. Gabriele Camphausen, am 13. Aug. 2004

Grenzschützer und Betonköpfe/ Gerichtszeichnerin begleitete Mauerprozesse: als die Mauer gebaut wurde, heute vor...

13. Aug 2004 Tagesspiegel

Diese Gerichtszeichnungen sind anders als jene, die man aus der Medienberichterstattung kennt, die lediglich ersatzweise das zeigen was die Objektive nicht zeigen durften. Es sind Zeichnungen, Skizzen, Studien besonderer Art. Aus teilnehmender Beobachtung der Gerichtsprozesse vor Ort entstanden, Feldforschung mit dem Zeichenstift. Das Beobachtungsfeld ist nicht nur das Geschehen im Gerichtssaal selbst, sondern erfasst mit der Zeichnungssprache, eigenwillig und mehrschichtig auch Randerscheinungen und scheinbar Nebensächliches. Perspektivenwechsel, Überlagerungen sind beabsichtigt, um Verborgenes durchsichtig zu machen, dem Geschehen bildnerisch auf den Grund zu gehen. Die Zeugnisse der Auseinandersetzung der Künstlerin mit dem vielschichtigen und mehrdeutigen Gegenstand der Betrachtung, findet eine aussagekräftige und dennoch schwerelose Gestalt in Form der Zeichnung ohne unangemessen zu vereinfachen.

August 2004 I. K.

Sie scheinen hinter die Kulissen sehen zu können

Besucherin des internationalen Club im auswärtigen Amt, Berlin  Feb. 2004

Du erscheinst mir  die  Reinkarnation einer multiplen Persönlichkeit zu sein.

Anke Kukuck, Berlin,  Autorin und systemische Beraterin, Berlin März 2004

Das ist für mich als ob die Amerikaner in der Normandie landen oder der Graf  von Monte Christo nach Jahrzehnten aus seinem Kerker heraus kommt und seinen alten Weg weiter geht.

Ich  habe mich sehr gefreut über ihre Ausstellung, die Bilder und Objekte. Man kann etwas ahnen von der unsäglichen Anstrengung der Justiz ( und aller Prozessbeobachter), das Geschehene aufzuarbeiten - und gleichzeitig bekommt man eine Ahnung davon, dass die Gerichtssäle nicht die einzigen Orte sein sollten, wo darüber "gerichtet" wird. Die Verarbeitung Ihrer eigenen Geschichte fand ich sehr mutig - und in dem Zusammenhang auch sehr "spannend" - ohne Selbstmitleid erzählen Sie auf diese Art von Ihrer Motivation und das finde ich gut. 

Petra Franke Jan. 2003

Super Ausstellung. Polizei steigt in der Bewertung um xxx - Punkte! Ein die Polizei jetzt auch achtender Bürger.                                                                                      

 Jan. 2003

Ihre erste künstlerische Performance startete Marina Prüfer bereits im Alter von 20 Jahren – und das auch noch völlig unbeabsichtigt. Die damals 20jährige DDR-Bürgerin ahnte überhaupt nicht, welche Kräfte sie in Bewegung setzte, als sie am 20. August 1975 beim zuständigen Rat des Kreises einen Ausreiseantrag stellte. Die Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit im benachbarten Frankfurt an der Oder brachte damals jedenfalls auf der Stelle eine ganze Reihe von Stasi-Mitarbeitern auf Trab: Einige befragten Freunde und Kollegen nach dem Charakter und der politischen Zuverlässigkeit der Antragstellerin, andere versteckten sich vor ihrem Wohnhaus im Gebüsch und beobachteten sie stundenlang. „Die waren manchmal sogar schon frühmorgens um sechs Uhr aktiv“, erzählt Marina Prüfer. Von den Aktivitäten der Stasi-Spitzel erfuhr die Künstlerin allerdings erst lange nach der Wende aus den Akten der Gauck-Behörde. Und noch heute freut sie sich über die Einschätzung eines Stasi-Offiziers, der seinerzeit entnervt notiert hatte: „Die Prüfer ist sehr eigenwillig und wechselt relativ schnell ihre Vorhaben.“

Das Motto „Kunst in Bewegung“ prägt Marina Prüfer bis heute. Schon als Bauzeichnerin im Berliner VEB Ingenieurbüro Baureparatur wollte sie die versteinerten DDR-Verhältnisse zum Tanzen bringen und schlug vor, die normierten Badewannen in den Plattenbauten zu vergrößern. „Dann können darin auch zwei Leute gleichzeitig baden“, lautete ihre verblüffende Begründung. Keine Frage, dass solche Anregungen im spießigen und autoritären zweiten deutschen Staat auf taube Ohren stießen. Mehr noch: Marina Prüfer wurde von ihren Vorgesetzten als „Spinnerin“ abqualifiziert und nach der Stellung der Beantragung der Ausreise in ein separates Büro fern von den anderen Kollegen verbannt. Damals entschied sie sich für das Risiko und verließ das Land auch ohne Zustimmung der DDR-Behörden. Im Juni 1976 stieg sie mit ihrem vierjährigen Sohn Ronald in den Kofferraum eines Opel-Ascona und ließ sich von einem Fluchthelfer über die Transitautobahn in den Westen schleusen. Seitdem zeichnet und malt sie ihre Erinnerungen und Erfahrungen im Osten und im Westen. „Kunst“, sagt sie, „ist lebensnotwendig wie essen und trinken und als Bestandteil des Lebens nicht wegzudenken.“

Inzwischen ist Marina Prüfer auf vielen Feldern künstlerisch aktiv geworden. Sie ist alles zugleich: Aktionskünstlerin, Malerin, Zeichnerin und Theaterfrau. Sie beherrscht die Video-Kamera ebenso wie das australische Didgeridoo oder das Akkordeon. In West-Berlin studierte sie nach ihrer Flucht zunächst Sozialpädagogik, wenig später lernte sie bei einem Freund das Handwerk des Malens. Seitdem zeichnen sich ihre mal farbenfrohen, mal in Pastelltönen gemalten Bilder durch eine geballte Mischung aus Liebe, Lust und Leidenschaften aus „Sie greift mit ihren Motiven hinein ins üppig-sinnliche Leben, fast als wollte sie nach der volksdemokratischen Durststrecke den kapitalistischen Konsumrausch darstellen“, urteilte der Züri-Tip nach einer Ausstellung in der Schweiz, in der die Künstlerin Ende der achtziger Jahre lebte. „Aus der Seele gemalt“, ergänzte die „Basler Zeitung“. Selbst das frühere SED-Zentralorgan„Neues Deutschland“ entdeckte in Marina Prüfers Bildern das „Spannungsverhältnis zwischen Macht und Erotik“ und lobte die einstige DDR-Staatsbürgerin nach Kräften:„Sie unterläuft subtil und subversiv die Lustfeindlichkeit, um daraus Kraft für neue Sehweisen und Utopien zu schöpfen.“

Ihre bislang größte Herausforderung erlebte die Künstlerin jedoch als Pressezeichnerin im Saal 700 des Kriminalgerichts Moabit. Dort saß sie in den so genannten Politbüro-Prozessen den einstigen Größen der DDR gegenüber – von Erich Honecker bis Egon Krenz, vom Ex-Stasi-Chef Erich Mielke bis zum früheren DDR-Verteidigungsminister Heinz Keßler. Marina Prüfer hatte sich damals unter dem Thema „Kunst statt Gewalt“ quasi selber beauftragt, dem roten Faden der eigenen Lebensgeschichte zu folgen. „Ich wollte noch einmal genau hinsehen und verstehen, warum ich aus der DDR geflohen war“, sagt sie heute. Sie beobachtete die einstigen Machthaber: Sie sah Erich Honecker, der trotz seiner schweren Erkrankung bis zum Schluss aufrecht auf seinem Stuhl saß. Sie verfolgte, wie der frühere Armeegeneral Fritz Streletz immer wieder seine Akten und Bleistifte ausrichtete - korrekt wie ein Buchhalter. Und sie erlebte den einst allmächtigen Stasi-Chef Mielke als verwirrten alten Mann, der in seinem Panzerglas-Kasten vor
sich hin dämmerte. „Wegrennen konnte er ja nicht mehr“, sagt Marina Prüfer. “Vielleicht wollte er nur noch seine Ruhe haben.“

Sebastian Bähr, Berlin August 2003

Eine Ausstellung, die zum Nachdenken einlädt, einlädt auch eigene Zeitbrücken zu überdenken. Vielen Dank dafür!                                           

Frau Dr. Schönefeld, Polizeihistorische Sammlung in Berlin, Dez. 2002

Sehr geheimnisvoll. Sehr inspirierend. Sehr gut.                                                                                                                                                                      

Martin Viergutz 2. Nov. 2001

...Es werden Reden gehalten über das Anliegen der Künstlerinnen, und in die Kuppel des monströsen Gebäudes blickend bewunderte ich zusehends den Mut dieser Frauen, hier so einfach einzudringen und ja eher die ordnende als die zerstörende Gewalt daran zu erinnern, dass sie bei der Rechtsfindung daran denken möge, dass Kunst allemal besser ist als Gewalt. Und dass der baumelnde Wassereimer frei nach Manuel Koester einen übervollen „Elendseimer“ darstellt, der nicht einfach ausgekippt werden darf, sondern dessen Inhalt man leer arbeiten muss. Unter dem Motto von Marina Prüfer: „Unsere Schränke sind zwar voll, doch die innere Armut ist groß“. Dann hält Detlef Gosselck eine so launige Ansprache, dass der Ernst der Veranstaltung in die richtige Dimension gerückt wird und alle froh nach Hause oder zu Tisch gehen können. Ich gehe auch, verharre noch kurz an einem Stück roten Teppichs, der hier auch für mich, den einfachen Bürger, ausgerollt ist. Niemand mag ihn betreten und ich nehme mir vor, über dieses Phänomen auf dem Heimweg nachzudenken.

Hans-Günter Goldbeck-Löwe im September 2001 anlässlich der Ausstellung im Berliner Kriminalgericht

Meine Freundin hat vor Rührung geweint.                                                                                                                                                                                  

Auftraggeberin 1999

Manche Bilder von Dir sind wie ein Schlag ins Gesicht.                                                                                                                                                    

Bert Holterdorf, Jurnalist 1998

Eine Frau die etwas zu sagen hat.                                                                                                                                                                          

Besucher der oHG zeitlos schlafen in Leipzig 1997

You are the queen of  the creativity

Daniel Olansky 1994 aus Boston

Es ist nicht zu fassen... Seismographen vergleichbar, die auf der nach oben offenen Richter- Skala Bewegungen, Turbulenzen und Erschütterungen aus dem Erdinneren anzeigen,  machen die Bilder und Objekte von Marina Prüfer Stimmungen und Gefühle sichtbar, die, oft unbemerkt aber nicht unwirksam, unter der Oberfläche des Alltags ihre Dynamik entfalten. Im Spiegel der Formen, Farben und Materialien tauchen Zusammenhänge einer komplexen biographischen Innenwelt auf, die sich dem Betrachter mitteilen, aber auch rätselhaft bleiben und Fragen offen lassen.

" Es ist nicht zu fassen...", sagen die einen, die an den Exponaten Anstoß nehmen und sich empört abwenden.

" Es ist nicht zu fassen... ", sagen die anderen, die von den Arbeiten angeregt, den Blick auf die eigenen Lebensvorgänge richten.

Martin Viergutz, Nov. 1994

So kann man es auch machen.

Dr. Prof. Dittmann  1993 Berlin

...die psychoanalytische Idee der Wiederkehr des Verdrängten,...

Frau vom Hofe Kunsthistorikerin 1992

...du bist die Erste, die es verstanden hat meine Schönheit zu zeigen.

Pit München 1992

Kunst zwischen Planvorgaben und Erotik ... , sie unterläuft subtil und subversiv die Lustfeindlichkeit, um daraus Kraft für neue Sehweisen und Utopien zu schöpfen...

Neues Deutschland 1991

Marina Prüfer, dokumentiert Gedanken, Empfindungen, Wahrnehmungen ihres subjektiven Alltages. Durch das Lesen und Betrachten werden wir  zu eigenen Empfindungen und Gedanken stimuliert. Das Einbeziehen so genannter Objekte wirft uns ins kalte Wasser unserer Reaktion.

Lukrezia Brunner Schweiz 1990

Macht und Erotik. Sinnlichkeit, Erotik, Perversion, Politik und Komik strahlen aus den Bildern von Marina Prüfer. Was als Assoziationsreihe erscheint, formt die Künstlerin in ein überlegtes Ganzes. Unter ihrer Hand gewinnen die Körper der Menschen eine neue Sprache... verspielt verpackt sie Träume, Ängste, Sehnsüchte und Hoffnung der Gesellschaft.  Mal wild, bunt und expressiv, dann wieder fein und klein... auffällig, die gesellschaftliche Komponente, die sie zum Thema der bedrohten und Erotik deutlich herausschafft... die Aussagen... sind klar und unmissverständlich: interessante Bilder zu einem interessanten Thema.

Nordschweiz Baseler Volksblatt 1989 

Aus der Seele gemalt...

Baseler Zeitung 1989

Dicke Post aus der DDR

1988 Züri Tip

Marina Prüfer, 1955 in Ostberlin geboren, war erst als technische Zeichnerin tätig, floh 1976 in den Westen, studierte Pädagogik und begann schließlich zu malen. Wer nun allerdings Technisches und Pädagogisches erwarten würde, sieht sich getäuscht. Marina Prüfer greift mit ihren Motiven hinein ins üppig-sinnliche Leben, fast so als wollte sie nach der volksdemokratischen Durststrecke den kapitalistischen Konsumrausch darstellen.

1988 Züri Tip